Georgien - Eine exotische Weinreise am Kaukasus

Posted On: Juni 1, 2018

Categories: Georgien

Author: Lisa Treutmann

BOTTLE CIRCUS - EINE WEINREISE AM KAUKASUS

Tiflis - die Hauptstadt von Georgien (Foto: Bottle Circus)
  • Tag 0: Flug nach Tiflis
  • Tag 1: Ankunft in Tiflis / Auf der Suche nach einem Stuhl
  • Tag 2: Immer noch auf der Suche nach einem Stuhl
  • Tag 3: Georgischer Weinverband / Weingut Manaveli / Pheasant's Tears Winery
  • Tag 4: Weingut AB Weine / Weingut GWS
  • Tag 5: Weingut Mosmeri / Winery Mukuzani / Weingut Tongolidze
  • Tag 6: Château Mukhrani
  • Tag 10: Vinothek Vineria

DIE GESCHICHTE VON GEORGIEN

Ananuri Kirche in Georgien

Eine zutiefst komplizierte Geschichte hat Georgien ein wunderbares Erbe an Architektur und Kunst beschert, von Höhlenstädten über antike Kathedralen bis hin zu den unnachahmlichen Landschaft die das Land geprägt.

Einer Legende nach, gilt Georgien als das schönste Land der Erde. Als Gott die Länder, eins nach dem anderen, an die Völker der Erde verteilte, waren die Georgen mit Tanzen und Feiern beschäftigt. Sie kamen zu spät und drohten leer auszugehen. Doch ihre Herzlichkeit und Lebensfreude beeindruckten Gott. Und so kam es, dass er den feierlustigen Menschen das kleine Land im Kaukasus zuteilte – obwohl er es aufgrund seiner einmaligen Schönheit eigentlich für sich selbst aufsparen wollte.

Die Georgier sind passionierte Erzähler – und dieser Gründungsmythos ist ihre LieblingsGeschichte. So sehen sie sich selber gern – und sie haben viele Gründe auf ihrer Seite: ihren Gesang, ihren Wein, ihre Kochkunst, ihre Lebensfreude und die Schönheit ihrer Natur. Doch würde man hierzulande eine Straßenumfrage wagen, wer wüsste schon zu sagen; wo es liegt, dieses Georgien, das in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist? Wer wüsste darüber hinaus, was ein Name wie Sakartvelo bedeutet oder: dass die Hauptstadt Tiflis eigentlich Tbilissi heißt? Nur wenige Deutsche haben Bilder vor ihrem geistigen Auge, wenn sie „Georgien“ hören. Am ehesten noch wissen sie, dass das Land im Kaukasus liegt, in der Nähe Armeniens und Aserbeidschans und im Westen an das Schwarze Meer grenzt. Das ist in Russland ganz anders. 

Tiflis, die Hauptstadt, erinnert noch immer an einen uralten eurasischen Scheideweg. Aber es ist auch ein Land, das sich im 21. Jahrhundert vorwärtsbewegt, mit spektakulären zeitgenössischen Gebäuden, einer minimalen Kriminalitätsrate und immer besseren Einrichtungen für die Besucher, die ein wachsender Teil seiner Zukunft sind.

Wir begeben uns auf eine spannende Reise durch den Kaukasus…. und lernen Rebsorten kennen, von denen ihr bestimmt noch nie gehört habt. 

Georgien war lange vor Europa reich an Weinbergen, und hier wurde in allen Teilen des Landes Wein produziert. 

Der Wein ist ein bedeutender Teil der Kultur und Geschichte, und wenn Du nicht mindestens ein Glas Wein mit einem Einheimischen geteilt hast, dann hast Du die echte georgische Kultur einfach noch nicht erlebt. Die Traditionen der Weinherstellung und des Weintrinkens sind untrennbar mit der nationalen Identität des Landes verbunden.

Die landwirtschaftliche Geschichte des Landes ist großartig, ebenso wie die Geschichte des Weins, voll von vergessenen einheimischen Rebsorten, wahre Schätze des lokalen Weinerbes.  

Auf dem Land wird besonders die Tischkultur gelebt und gepflegt. Für die Georgier ist es eine Ehre, Gäste zu empfangen und Feste zu feiern. In vielen Regionen Georgiens keltert jeder Bauer seinen eigenen Wein und die schwere Feldarbeit wird meist unter Nachbarn gemeinsam organisiert. Daher gibt es viele Familienbetriebe, die ihre georgischen Weine selbst herstellen und verkaufen. Auch gibt es einige Trinksprüche, die sich sogar auf Bildung beziehen. Der Genuss von Wein und Bildung geht in diesem Land gemeinsam einher und hat hohe Priorität.

 

Georgisches Trinkhorn für spezielle Toast bei einer Supra (Foto: Bottle Circus)

DER AUSBAU IN TONAMPHOREN - DEN QVEVRIS  

Besuch bei einem Qvevri-Produzenten (Foto: Bottle Circus)
Ein typischer georgischer Weinkeller (Foto: Bottle Circus)

 

Tra­di­tio­nell wird Wein aus Geor­gi­en seit 8000 Jahren in Ton­am­pho­ren ver­go­ren und aus­ge­baut – ein Teil wird es auch heu­te noch. Die Ton­am­pho­ren heißen in Geor­gi­en Qve­vri, und der Wein, der aus ihnen kommt, schmeckt nicht nur wegen der lan­des­ty­pi­schen Reb­sor­ten anders als die Wei­ne der west­li­chen Welt, son­dern auch wegen des anders­ar­ti­gen Her­stel­lungs­pro­zes­ses. Rot­wein, der im Qve­vri gele­gen hat, ist dunk­ler, kon­zen­trier­ter, tan­nin­rei­cher.

Die Gerbstoffe der Schale bewirken gleich mehreres: die tatsächlich von quit­te­gelb bis bernstein-orange schimmernde Farbe, den herben Duft und vor allem einen für manchen etwas gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Lieblich ist ein Orange Wine selten; eher kräftig würzig, mit einem enormen Aromenprofil wie verschiedene reife Birnen, Orangen, Honig, Kräuter, Weihrauch, Nüsse, Jasimtee, Thymian, Zitrone, Marzipan, Zimt, Vanille, und und und…

Main­stream sind bei­de nicht. Aber sie sind authen­ti­sche Exem­pla­re einer tra­di­tio­nellen Öno­lo­gie, die ver­ges­sen schien, seit gerau­mer Zeit aber auch im Wes­ten wie­der Auf­merk­sam­keit gewinnt. 

Schnuppern ist erwünscht

Hier geht es zu unseren Bottle Circus Orange Weinen

 

DER GEORGISCHE TON IST ES, DER DIE QVEVRIS AUSMACHT 

 

Geor­gi­scher Ton ist der fein­po­rigs­te der Welt. In ihm reift der Wein lang­sam. Der Sauerstoff-Eintrag über die Wan­dun­gen des Gefä­ßes ist gering. In Geor­gi­en selbst wer­den die Gefäße im Boden ver­gra­ben, nur die Öff­nung schaut her­aus. Sie ist klein gehal­ten, um den Sauer­stoff­kon­takt gering zu hal­ten. Außer­dem übt der Boden einen küh­len­den Ein­fluss auf das Gefäß aus. Die Tie­fe und der Ort der Lage­rung der Qve­vris sind daher ent­schei­dend für die lang­sa­me Ver­gä­rung und Rei­fung des Wei­nes.

Ein georgischer Weinkeller entsteht

Die Qve­vris selbst wer­den von Hand her­ge­stellt. Das Töp­fer­hand­werk hat eine lan­ge Tra­di­ti­on in Geor­gi­en. Neu­es­te Fun­de bele­gen, dass bereits vor 7800 Jah­ren auf dem Gebiet des heu­ti­gen Geor­gi­ens Wein in hand­ge­töp­fer­ten Ampho­ren auf­be­wahrt und wahr­schein­lich auch ver­go­ren wur­de. In kei­nem Land des Mit­tel­meer­raums sind der­ar­tig alte Ton­scher­ben in Ver­bin­dung mit Wein gefun­den wor­den. Die Größe der Qve­vris schwankt zwi­schen 20 und 2000 Litern. Sie wer­den auf Bestel­lung her­ge­stellt. Ver­ein­zelt gibt es auch Qve­vris von 8000 Liter Inhalt. Aller­dings arbei­ten heu­te nur noch weni­ge geor­gi­sche Win­zer mit Qve­vris. Aber sie hal­ten die Qvevri-Kultur hoch. In Deutsch­land sind geor­gi­sche Wei­ne mitt­ler­wei­le gut erhält­lich, auch Qvevri-Weine. Einen beson­de­ren stel­len wir hier vor.

 

 

TAG 1: ANKUNFT IN TBILISI 

Ich freue mich, zum neunten Mal innerhalb von fünf Jahren nach Tiflis zurückzukehren, um die Kote Afkhazi St. - den alten, ruhigen Teil der Stadt - zu begehen, alte Häuser mit bunten Balkonen zu bewundern und im gVino - einer Weinbar wie keine andere - Halt zu machen, die von kleinen unabhängigen Winzern betrieben werden, um ihre kostbaren Naturweine zu präsentieren, über die man zwar liest, die man aber nie finden kann, um zu schnüffeln, zu wirbeln, zu nippen, zu plaudern und zu lachen, um dann über die Straßen zu gehen und abends mit Freunden zu essen und noch mehr Wein zu trinken, und um spät in der Nacht wieder durch leere Straßen zu gehen und süßen, zufriedenen Schlaf zu finden.

Ich denke immer an Georgien...

TAG 1: FINDE EINEN STUHL!  

Erstes Ziel: einen Stuhl finden!

In Georgien einen Stuhl zu finden, der in diesem Fall den Stil des Landes und meine Persönlichkeit symbolisiert, ist nicht so einfach, wie ich dachte...

Das Ziel ist es meine Winzer ins Portrait zu setzten und tolle Momentaufnahmen mit ihnen zu bekommen. 

Obwohl ich an verschiedenen Orten gesucht habe, z.B. in Möbelgeschäften, blieb meine Suche ohne zufriedenstellende Ergebnisse. Meine Situation änderte sich erst, als ich beschloss, einige meiner Freunde um Hilfe zu bitten.

Deshalb begab ich mich gleich am nächsten Morgen zur nächsten Taxistation, um mich in Richtung Tiflis zu begeben, wo die meisten meiner Freunde leben.

Der Taxifahrer ca. 1,70 m Größe, eher ein pummeliger alter Mann, der über 60 Jahre alt sein könnte. Er redete nicht viel, was mir erlaubte, meine Umgebung zu untersuchen ... Zum Glück! Denn gerade als ich wirklich fast die Hoffnung verloren hatte, sah ich ein niedliches kleines Möbelgeschäft in einer sehr kleinen Seitenstraße. Ich bat ihn, anzuhalten und auf mich zu warten, denn ich sah den Stuhl, der mich bei meinen georgischen Abenteuern begleiten würde. Er nickte und rauchte weiter seine Zigarette, die er seit Beginn der Taxifahrt geraucht hatte. Direkt hatte ich auch einen passendend georgischen Namen für meinen Stuhl: Levani. 

Machen wir uns los auf eine spannende Weinreise am Rande des Kaukasus….

Lisa, Circus Direktorin von Bottle Circus. Mehr als zufrieden einen passenden Stuhl für die Weinreise Georgien gefunden zu haben (Foto: Bottle Circus)

Bei Morgendämmerung machten wir uns schon früh auf Entdeckungstour in die Weinbauregion Kacheti. Damit verbunden diverse Stopps in den Bergen und Tälern des Kaukasus in Kacheti, um die beeindruckende Landschaft zu genießen.

Doch zunächst begannen wir den Tag mit einem kurzen Besuch bei georgischen Weinvereinigung. Tariel Tabashidze, einer meiner alten Freunde, holte mich gegen sieben Uhr morgens ab, um mich und Levani in seinem Jeep nach Tiflis zu bringen. Gleich nach meiner Ankunft hatte ich das Vergnügen, Tata, die Geschäfts- und Kommunikationsmanagerin, zu treffen, die über die wichtigsten Aspekte und die Entwicklung der georgischen Weinindustrie und Geschichte berichtet. Tata kenne ich schon länger, wir haben einige Weinproben bereits in Deutschland zusammen organisiert. 

Aber ich war überrascht zu hören, dass die georgische Weinindustrie deutlich wächst: von 2014 bis 2018 verdoppelte sich die Anzahl der Weinkellereien, die Produktion stieg um 200% und der Export.

Und all diese Informationen sind ein vielversprechendes Resultat für die georgische Nation und geben den Bürgern eine glänzende Hoffnung, den trüben Weinmarkt wieder zu beleben.

Und da ist er.... Ein weiterer Gedanke. Da ich mich bereits selbst mit georgischen Weinen in Frankfurt platziert habe, will ich in Zukunft selbst meine Weine aus Georgien importieren. Ein kleiner Hintergedanke dieser Weinreise ;) 

EIN PAAR FAKTEN ZUR GEORGISCHEN WEINWIRTSCHAFT 

  • Georgien verfügt über mehr als 525 einheimische Rebsorten.
  • Die wichtigsten Rebsorten sind Raktsiteli und Saperavi.
  • In den fruchtbaren Tälern Georgiens wird seit etwa 8000 Jahren Weinrebe angebaut.
  • Das Wort "Wein" ist georgischen Ursprungs ("ღვინო" - "ghvino" auf georgisch).
  • Die Georgier haben eine besondere Methode, Wein in Steinpressen herzustellen und ihn dann in den Boden versenkten Tongefäßen, genannt "Qvevri", zu lagern.
  • Die alte georgische Methode der Weinherstellung in Qvevri wurde in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
  • Der Wein ist ein untrennbarer Bestandteil des traditionellen georgischen Festes. Bei der georgischen Tafel werden Toasts von einem Toastmeister "Tamada" gemacht und Wein aus einem Tonbecher oder einem Horn namens "Kantsi" getrunken.

Wir verlassen Tiflis und reisten nach Südgeorgien, um die Weinregion Kaheti zu gelangen. Die Straße führte uns durch kleine schöne und alte Dörfer der Provinz nach Manavi - an den Südhängen des Tsvi-Gombori-Gebirges entlang.

Georgischer Hirte in den malerischen Bergen von Georgien (Foto: Bottle Circus)
Auf Tour durch Georgien - Schafherden begegnen da einem nicht selten
Samtavro Kirche in Mtskheta – Georgien

TAG 2: WEINGUT MANAVELI & PHESANT'S TEARS

 

Weingut MANAVELI / KACHETIEN / APPELLATION MANAVI

Wir besuchten das Weingut von Niko Tabatadze, dem Direktor des Familienweinkellers "Manaveli". Das Unternehmen wurde 2014 gegründet und produziert heute auf 6 Hektar 99% Qvevri-Weine. Georgi, ein sehr netter und geduldiger Mensch, den ich vom ersten Moment an mochte, nahm sich die Zeit, mir seine Philosophie und Werte zu erklären: Sie konzentrieren sich nicht auf die Quantität, sondern sie orientieren sich an der Qualität eines Weines. Sie verwenden die traditionellen Technologien (Gärung in einem Qvevri) und ohne künstliche Zusätze (100% natürlich). Einer der wichtigsten Punkte ist, dass bei der Herstellung ihrer Weine drei Generationen ihre Hände im Spiel haben: Zurab der Grossvater, Lascha sein Sohn und Sasa der Enkel.

Portrait mit Niko Tabatadze und Circus Direktorin Lisa (Foto: Bottle Circus)
Weingut Manaveli Weinkeller – Kacheti Georgien (Foto: Bottle Circus)

Zu allererst klären wir die Frage: „Was ist eigentlich Qvevri-Wein“? 

Orange Weine sind extrem lebendig sie verändern sich ständig sind beim ersten öffnen erhalten, wenige Tage später eine Wucht Sie sind in der Entwicklung - wie wir Menschen. Andere Weine sind statisch, abgeschlossen. Im Grunde ist Orange Wine eine kleine Kulturrevolution.

Orange Wine ist nichts anderes, als maischevergorener Weißwein Nicht mehr und nicht weniger.Tipp: Maischegärung ist die gemeinsame Gärung von Saft, Schalen und den restlichen Beerenbestandteilen. Vor der Gärung werden die Trauben in der Regel entrappt, also vom Stielgerüst getrennt. 

Aromen: exotische gelbe Früchte, verschiedene Kräuter, Weihrauch, reife Birnen, Orangen, Honig, Nüsse, Jasmintee, Thymian, Zitrone, Marzipan, Zimt, Vanille, und und und… die Aromen verändern sich menütlich. 

Wie schmeckt Orange Wine? Anders!! Orange Wine schmeckt definitiv anders als normaler Rot- oder Weißwein. Der größte geschmackliche Unterschied ist das Mundgefühl. Anders als beim herkömmlichen Weißwein, bringt Orange Wine eine gewisse Gerbstoffstruktur mit. Die Weine werden dadurch komplexer. 

Nun zur Verkostungsnotiz: 

 

2015 Manaveli Rkatsiteli Bernsteinfarbener trockener Wein

Rkatsiteli ist die beliebteste weiße Sorte Georgiens. Dieser "Qvevris" Rkatsiteli 2015 hat mich wirklich beeindruckt. Besonders mit seiner zugänglichen Klarheit, seinem eleganten Stil, seiner Fruchtigkeit und seinen würzigen und weichen Tanninen. Toller Körper, viel Charisma, reife Birnen, zarter Honigtouch, frische Orangenzesten und viel mehr. Habe mich in diesen Wein verliebt

Dieser Wein reifte sechs Monate lang in Qvevri.

 

2014 Manaveli Rkatisteli Bernsteinfarbener trockener Wein

Ein unglaublicher und einzigartiger Duft von weißem Pfeffer, Aprikose, Honig, Nüssen, leicht würzig. Reifung in Qvevri für 6 Monate und drei Monate in gebrauchten Eichenfässern.

 

2016 Manaveli Mtsvane Amber trockener Wein

Weißer Pfeffer in der Nase mit Nuancen von Butter und impulsiven Honigaromen. Sanft zum Ende hin. Ein charmanter Wein. 

Weingut Manaveli Rkatsiteli Qvevri Amberwine (Foto: Bottle Circus)
Weinverkostung im Weingut Manaveli – Kacheti/Georgien (Foto: Bottle Circus)

Weingut Pheasant Tears / Sighnaghi

Weiter geht es nach Sighnaghi, der ‚Stadt der Liebe’. So heißt sie, da im Zentrum dieser hoch auf den Berghängen liegenden Stadt vierundzwanzig Stunden pro Tag ein Standesamt geöffnet ist, das bei den Brautpaaren nicht nur aus Georgien, sondern auch aus dem Ausland sehr populär ist. Das erste Brautpaar, das hier heiratete, kam aus der Ukraine.

Den gesamten Weg nach Sighnaghi müssen wir beim Anblick der sich vor unseren Augen ausbreitenden Naturschönheiten ächzen und staunen und zwischendurch anhalten, um Fotos zu machen. Im zarten herbstlichen Sonnenschein ziehen an uns hohe, teilweise mit Schnee bedeckte Bergkuppeln, farbenprächtige Täler, hübsche Weinberge, uralte Kirchen, malerische Ruinen von Schlössern und Festungen vorbei. Hier und da lassen wir Herden von friedlich weidenden Schafen und Kühen hinter uns, die sich am frischgrünen Gras satt fressen, das hier nach dem heißen Sommer bereits zum zweiten Mal gewachsen ist.

An beiden Straßenseiten verkaufen die Bauern ihre selbst gemachten Käselaibe und Tschurchhella (eine süße Köstlichkeit aus eingedicktem Traubensaft und Walnüssen) sowie eimerweise Kakis, Granatäpfel, Birnen und anderes Obst – und das alles zu den sehr schonenden Preisen. Beim Passieren von Dörfern werden wir jedes Mal in Versuchung gebracht, frisches Rind- oder Lammfleisch gleich vor Ort einzukaufen, das von den Metzgern fast gleich vor unseren Augen zerteilt wird (dies beeindruckt uns allerdings nur angesichts der nicht besonders guten Versorgungslage mit Fleisch in der Stadt).

Und als wir uns langsam Sighnaghi nähern, wird uns von dem sich vor unseren Augen ausbreitenden Panorama fast schwindelig. Von einem Berghang über eine Schlucht hinweg eröffnet sich ein Blick auf den anderen Berg, wo wie auf einer Handfläche ein kleines Städtchen mit hübschen Türmen, Ziegelsteindächern und geschnitzten Balkonen liegt. Alles ist dort in einem solchen Ausmaß puppenhaft – klein und putzig, dass wir unseren Augen kaum glauben können. Nach den interessanten und abwechslungsreichen aber nicht immer für touristische Fotoalben geeigneten Perspektiven von Tiflis ist dieses ganzheitliche Stadtbild eine große Überraschung. 

Weingut Pheasent’s Tears – Portrait im Weinberg – Sighnaghi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

Wir besuchen John Wurdemann, er wird in der georgischen Naturweinszene nur der »gute König John« genannt. Der noch nicht 40 Jahre alte amerikanische Maler und Bildhauer studierte Kunst und Musik in Russland, zwischendurch blieb er dann aber wegen seiner Liebe zur georgischen Musik (schräg und sensationell gut) in seiner jetzt neuen Heimat hängen, genauer im malerischen Bergdorf Sighnaghi, dem absoluten Zentrum der Naturweinszene.  

Das Weingut wurde 2007 von dem Amerikaner John Wurdeman und dem Georgier Gela Patalishvili gegründet. Der Name Pheasent’s Tears ist mit einer georgischen Geschichte verbunden, in der nur die allerbesten Weine gut genug sind, um einen Fasan zum Freudenschrei zu bringen.

Gela empfing mich im Weinberg, mit gebrochenem Englisch versuchte er mir zu erklären, was gerade im Weinberg zu tun ist. Bin zwar gelernte Winzern, kann er aber ja nicht wissen. Momentan sind die Frauen mit Laubarbeiten beschäftig, sie stecken die neu gewachsenen Triebe in das Drahtgestell zurück. 

Es war ganz schön heiß, die Frauen die bei ihm waren, hatten alle lange Kleider an und trugen einen Hut der mit einem Schal um den Kopf festgebunden wurde, zum Schutz vor der Sonne. Ich war erstaunt über das Alter der Frauen, ich glaube alle waren weit über 75 Jahre aber stets mit einem Lächeln im Gesicht, man sieht die Arbeit macht Spaß. Ich nutze derweil die Zeit um Levani seinen Job machen zu lassen… und setzte Gela ins Portrait. 

Wir ließen die Damen alleine zurück im Weinberg aber keine Sorge, der Abholservice ist schon bestellt für die Damen. Wir machten uns auf zum Weingut von Pheasent’s Tears. Gela hat bereits eine kleine Supra vorbereiten lassen. Wir nahmen zusammen Platz, seinen Arbeitskollegen Levan (mein Stuhl heißt ja Levani) lernte ich auch kennen. Zum Glück war Tariel (meine Guide) dabei, er musste dann noch den ein oder anderen Satz übersetzen. 

Gela hat sich wirklich sehr viel Mühe geben und vor allem viel Zeit. 

In Georgien werden Fremde verehrt und geachtet. Und bemerkenswert ist, dass die Herkunft der Gäste keine Rolle spielt. Manchmal entsteht hier sogar der Eindruck, dass die Georgier ein besonderer Menschenschlag sind, die nur dafür leben, einen Gast zu empfangen und ihn ordentlich zu bewirten.

Weinverkostung mit Gela und Lisa im Weingut Pheasent’s Tears – Sighnaghi/Georgien (Foto: Bottle Circus)
Die Herzlichkeit der Georgier - Weingut Pheasent’s Tears Sighnaghi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

NOTIZEN ZUM TASTING

2016 Tsolikouri

Leicht ölig im Glas, mit weicher Säure, mit subtilen Noten von gelben Früchten, mineralischen und leicht blumigen Noten. Im Abgang eine leichte Süße, angenehmer Wein. Kein Orange Wine

2016 Mtsvane

Ich liebe diesen Wein! Erstaunliche Bernsteinfarbe. Aprikose, kandierte Schale und ein Hauch von Honig. Der Abgang ist ausgewogen und raffiniert, mit einem Hauch von Rauch, der ihm Charakter und Komplexität verleiht.

2016 Kisi (meine Lieblingstraubensorte)

Die Farbe ist trüb Orange. In der Nase würzig mit weißem Pfeffer, aber auch mit weißen Blüten. Sehr angenehm im Abgang. Verrückter Wein. Einer meiner Lieblingsweine!

2016 Rkatsiteli

Aprikosenkonfitüre, Orangenkonfitüre, gekochte weiße Früchte, Honig in der Nase, Nüsse. Sehr schön.

2016 Mtsvane

Die Farbe sieht aus wie helles Bier, in der Nase etwas metallisch, am Gaumen sehr würzig und würzig. Verrückt!

2016 Tavkveri

Lebhaft, saftig und beerenartig mit frischer, lebendiger Frucht. Schöne, jugendliche Kirsch- und Beerenfrucht am Gaumen griffige Tannine. 

2016 Polyphonie

Ein Wein, der aus den 417 verschiedenen georgischen Rebsorten im Versuchsweinberg von Gela hergestellt wird. Ausgebaut im Qvevri. Der Wein besitzt impulsive Aromen von frischen dunklen Früchten. Unglaublich, dieser Wein ist ein perfekter Schritt in eine ungewöhnliche Weinbereitung.

2007 Saperavi

2007 war der erster Jahrgang und es gibt nur noch 100 Flaschen. Dicht, intensiv und fröhlich mit präsenten Tanninen und ungemein kraftvollen, lebendigen Aromen an schwarze Früchte erinnernd.  

2017 Shavkapito

Ich war beeindruckt von den parfümierten Aromen von Himbeeren und Veilchen. kräftige Tannine und dicht mit würzigen Anklängen von Erde und besitzt sehr viel Tiefe.  

Kurz zusammen gefasst sind das sehr spannende Weine mit eigener Handschrift, die mir sehr gut gefällt. Gerade in der Naturszene werden diese sicher noch durchsetzen. 

Es fängt langsam an zu dämmern, der Hunger ist mehr als gestillt und die Weine haben den Durst gelöscht. 

 

Zeit fürs Bett.....                           

Circus Stuhl Levani im Weinberg von Pheasent’s Tears - Sighnaghi/Georgien (Foto: Bottle Circus)
Eine georgische Supra im Weingut Pheasent’s Tears - Sighnaghi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

 WEINGUT AVTANDIL BEDENASHVILI

 

Auf dem Weg nach Telavi hielten wir in Kardenakhi auf dem Weingut Avtandil Bedenashvili. Dort trafen wir Hilarus Pütz, einen deutschen Winzer. Hilarius Pütz, ein Mann mittleren Alters mit grauen Haaren und leicht ausgewaschenen frischen Jeans und neuem karierten Hemd, kam mit einem Lächeln auf uns zu, als er Levani über meine Schultern sah.

Hilarius kam 2007 nach Georgien und übernahm die Leitung des traditionellen Bagrationi-Schaumweinkellers. Hilarius arbeitete hart, gab dem Unternehmen neuen Schwung, steigerte vor allem die Qualität der Schaumweine, die durch klassische Flaschengärung hergestellt werden.

Aber er nutzte seine Zeit, um gemeinsam mit seiner Familie ein kleines Weingut aufzubauen. Da er Ausländer ist und unter der neuen Regierung kein Land kaufen darf, arbeitet er offiziell als Berater und Kellermeister für die Weinmanufaktur Avtandil Bedenashvili, die fünf Hektar mit georgischen Rebsorten wie Saperavi, Kisi und Rkatsiteli bewirtschaftet. Schritt für Schritt baut er eine neue Kellerei...

Bau eines neues Weinguts - Weingut Avtandil Bedenashvili – Kardenakhi/Georgien (Foto: Bottle Circus)
ANMERKUNGEN ZUR VERKOSTUNG:

 

2015 Avdandil Bedesahvili Tsarapi "Qvevri Lena" 

Die Gärung erfolgt in relativ neuen 2.000-Liter-Qvevris. Er hat eine helle Bernsteinfarbe und duftet nach Honig, Aprikose auf feuchten Baumstämmen, Pflaumenmus, Regen auf trockener Erde und Blumen. Am Gaumen ist der Wein konzentriert, souverän und fassend, mit viel feinkörnigem Griff, weicher Säure und praller Reife. Wie in der Nase ist er makellos sauber. 

2015 Avdandil Bedesahvili Tsarapi "Qvevri Dodo" 

Klar, strohfarben bis bernsteinfarben mit ausgeprägten "Schlieren" oder "Kirchenfenstern". Im Bouquet würzige Noten von Heublumen, Feigen und Quitten mit stark erdigem Geruch. Der Wein ist sehr ausgewogen und mild. Seine ausgewogenen Tannine, gepaart mit einer angenehmen Schärfe, verleihen ihm einen langanhaltenden Abgang. 

2016 Avdandil Bedesahvili Kisi 

Dieser Kisi-Wein ist von hellgoldener Farbe, mit verhaltenen, feinen Aromen von getrockneten Wildblumen und getrockneten Aprikosen. Auch am Gaumen ist er dezent und elegant, mit allen Nuancen und Anklängen, ohne jedoch jemals in die Offensichtlichkeit abzugleiten. Auch hier steht der subtile florale, leicht nussartige Stil dieser aristokratischen georgischen Sorte im Vordergrund.

2016 Avdandil Bedesahvili "Anonymus" Chikhvi (Süßwein) 

Ich werde verrückt!!! Ich habe noch nie so einen schönen süßen Wein mit 16% Alkoholgehalt probiert. Das süße Geschmacksprofil des Weins wird durch eine strukturierte Säure ausgeglichen. Florale Noten von Wildblumen verstärken die breiteren Aromen von reifen gelben Früchten und Aprikose. Am Gaumen ist er reich und ölig. Ich könnte mir diesen Wein sehr gut zu kräftigen Käsesorten vorstellen. 

Moderne Technologie - Weingut Avtandil Bedenashvili - Kardenakhi/Georgien (Foto: Bottle Circus)
Portrait mit Hilarius Pütz und Circus Direktorin Lisa - Kardenakhi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

Über den Namen "Anonymus":  

Die AOC Kardenakhi ist nach georgischem Weingesetz nur für "Dessertweine" mit einem Alkoholgehalt von mindestens 18% Vol. erlaubt. Da dies nicht von Natur aus unerreichbar ist - und wir lehnen den Zusatz von Industriealkohol ab - dürfen wir diesen Wein nicht mit dem Herkunfts- und Qualitätsetikett vermarkten, wie er ist. Deshalb haben wir im Einvernehmen mit unseren Stammkunden beschlossen, diesen Wein in Zukunft unter dem Namen "ANONYMUS" zu verkaufen. Er entspricht dem Herstellungsverfahren und in der Qualität einer deutschen Beerenauslese mit natürlicher Süße.

Wein Aromen von Datteln und Aprikose, dieser Wein zeigte einige überraschend helle und frische Zitrusnoten, sowie grüner Apfel. Im Mund ist er sehr geschmeidig und rund, trotz der knackigen Säure im Abgang.

Der Moselmann ist sich bewusst, dass er angesichts der schwierigen Mentalität vieler Menschen innerhalb der Weinszene schwierige Aufgaben übernommen hat. Der Ruf der Georgier als Gastgeber ist groß, aber die dynamische Zusammenarbeit ist nicht wirklich eine ihrer großen Stärken. Pütz fasst die ersten Monate zusammen: "Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen immer wieder die Speichen in unserem Rad überwinden", fasst Pütz die ersten Monate zusammen. Gegenwärtig hofft er, dass sich die wirtschaftlich und politisch schwierige Situation nicht zu negativ auf den Weinbau in Georgien auswirken wird. Seit der Aufhebung des Embargos ist der Nachbar wieder der mit Abstand größte Abnehmer für georgischen Wein. Seit 2014 ist die Exportrate auf über 76,7 Millionen Flaschen in 53 Ländern gestiegen. 

Ein fantastischer Süßwein aus Georgien - Kardenakhi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

WINERY GWS (GEORGIAN WINE AND SPIRITS) 

 

Später machten wir uns auf den Weg zu GWS (Georgian Wine and Spirits) in Telavi. Dort traf ich Philippe Lespy (ein wirklich guter Freund von mir), Winzer und CEO von GWS sowie Nika Natroshvila, auch er ist ebenfalls Winzer.

GWS ist eines der bekanntesten Weingüter in Georgien, das 1993 in Telawi gegründet wurde. Das Markenportfolio von GWS umfasst Wein, Sekt und Spirituosen unter den Markennamen TAMADA, Old Tbilisi, Adamanti, Elibo, Vismino und GWS Chacha. GWS besitzt 400 Hektar Weinberge, davon 280 Hektar für die rote Rebsorte und 120 Hektar für die weiße Rebsorte. Die Weinberge bestehen zu 70% aus traditionellen Weintraubensorten aus Georgien und zu 30% aus Traubensorten aus der ganzen Welt. 

Ein fantastischer Süßwein aus Georgien - Kardenakhi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

ZUR VERKOSTUNG: 

WEISSWEINE 

2017 Kisi

Im Glas leicht zeigt sich ein leicht goldener Schimmer. Aromen von tropischen Früchten vor allem Ananas. Am Gaumen ein schöner, sauberer Auftakt mit Aromen von Blumen und weißen Pfirsichen. Noten von Mango geben ihm einen eleganten und rassigen Abgang.

 

2017 Kisi/Chardonnay

Aromen, wow. Er ist hell und intensiv mit Aromen von getrocknetem Apfel, Ananas und mineralischem Charakter, dazu gesellen sich Aromen der Zitrone. Nun auch ein Hauch von Holz. Voller Körper, aber dennoch dicht und rassig mit fantastischer Fruchttiefe und einem Geschmack nach heißen Steinen. 

 

2017 Mtsvane 

Aromen von Apfel, Birne, Melone und einem Hauch von tropischen Früchten mit schöner Mineralität und Mundgefühl. Damit kann man einen schönen Abend mit Freunden verbringen. 

 

2017 Vismino Mtsvane 

Birnenaromen dominieren im Glas dazu kommen Düfte von Obstblumen und leicht vegetabile Noten. Ein recht spritziger und lebendiger Wein, der sich hervorragend als Aperitif eignet.

 

2016 Qvevri Rkatsiteli

Was für ein Wein! 

Dieser traditionell Qvevri fermentierte und gereifte Rkatsiteli ist unglaublich rein und konzentriert, öffnet sich sofort im Glas. Aromen von getrockneten Kräutern, die auf reife Früchte und einen Hauch von Honig treffen. Ausgewogen am Gaumen, leicht würzig und mit feinen Tanninen. Herrlich zu gegrilltem Fleisch mit frischem Brot, mehr braucht es gar nicht. 

 

2017 Qvevri Mtsvane

Dieser Wein hat mich verblüfft durch seinen intensiven Geschmack von exotischen Früchten und grüner Birne, sehr langem und angenehmen Abgang. Ein richtig guter   Orange Wine. 

 

 

 

ROTWEINE

 

2014 Tamada Saperavi

Dieser Saperavi ist ein Eisbrecher des Weingutes. Ein einladender Duft von Sauerkirsche, Gewürzen und Mandeln, gepaart mit einem lebhaft, herben Geschmack. Ein Saftomat! Gereift im Stahltank und im Barrique, daher auch die schöne Vanille-Note, und der wunderbare Trinkfluss macht einen fast schwindelig. 

 

Der Wein passt zu vielen Gerichten, egal ob Salumi, Pasta, diversen Käsesorten oder einem Steak. Dieser Stoff geht immer! 

 

2016 Saperavi

Eine beeindruckende Flasche Wein, aus biologischem Anbau. Ein reiner, komplexer und harmonischer Ausdruck der Sorte Saperavi; anhaltend mit einem langen Abgang.

 

2016 Tamada Gran Reserve

Den würde ich auch direkt mit nach Hause nehmen. Die Farbe zeigt sich Tintenschwarz mit violettem Rand. Einhüllende Aromen von Walderdbeere, zerstoßenem weißem Pfeffer, leicht erdige Noten dazu kommen Blaubeere, Piment, Anis, blaue Feige, ein Hauch von Rauch und Teer. Samtig, saftig, geschmeidig im Mund. Sanfte Säure und weiche Tannine. 

 

2017 Qvevri Saperavi 

Exquisit! Ein vollblütiger Qvevri Saperavi vom Feinsten. Tiefes Purpurrot - fast schwarz – Dieser Saperavi präsentiert ein kräftiges und intensives Aroma von Waldfrüchten und einen Hauch von Leder und Pfeffer. Durch seine kräftigen Tannine hat er einen wunderbaren Abgang, der im Gaumen lange in Erinnerung bleibt.  Erstaunlich!

 

2017 Chwantschkara

Ein Verschnitt der Rebsorten Aleksandrouli- und Mujuretuli, die hoch oben auf den malerischen Hügeln des Flusses Rioni angebaut werden. Er ist sehr frisch und freudig zu trinken. Rote Äpfel und Himbeeren dominieren das Aroma. Die süße des Weines wird durch den Säuregehalt wunderbar ausgeglichen. In der Tat beeindruckend. 

Der besten Süßrotweine aller Zeiten.

 

2017 Visminio – Tsinandali 

Tsinandali ist ein Verschnitt aus den Rebsorten Rkastieli und Mtsvane. 

Frisch und knackig, hergestellt im "europäischen Stil" – bedeutet im Stahldank vergoren. In der Nase blumige Aromen, am Gaumen machen sich zitrusaromen bemerkbar. Vorsicht Suchtpotenzial ;) 

 

Ich habe euch hier ein kleines Video beigefügt. Hier wird die Geschichte zum Weinetikett gezeigt. Schaut es euch an… die Idee ist der Wahnsinn! 

Ein erfolgreicher Tag neigt sich dem Ende… 

Circus Director Lisa und Hilarius Pütz: "Auf Euer Wohl!"

Tag 5 winery Mosmieri /Kisiskhevi 

Am Vormittag besuchte ich das Weingut Mosmieri ebefalls in der Nähe von Telavi. Es liegt inmitten von Weinbergen an einem sanften Hang mit Blick auf das wunderschöne Alazani-Tal und die schneebedeckte Bergkette des Großen Kaukasus. Ein wirklich wunderschöner Ort.

Der Bau der neuen Weinkellerei wurde 2017 abgeschlossen. Das Weingut, das kurz vorgestellt wird, ist eigentlich ein modernes Weingut, das hochmoderne temperaturkontrollierte Edelstahltanks verwendet, kombiniert mit einer klassischen georgischen Kellerei namens Marani, die mit ihren 24 großen, in den Boden eingelassenen Qvevris Weine produziert. Gegenwärtig beträgt ihre Gesamtkapazität für die Weinherstellung 160 Tonnen in Tanks und Qvevri, was es ihnen erlaubt, bis zu 140.000 Flaschen Wein jährlich zu produzieren. Für die Reifung verwenden sie Fässer aus französischer Eiche, die aus dem Burgund stammen.

Die Marke heißt Mosmieri, was in der alt-georgischen Sprache für eine Person steht, die Wein trinkt und schätzt.

Die Weinberge und Weinkellereien befinden sich im Terroir der POD Tsinandali.

ANMERKUNGEN ZUR VERKOSTUNG:

2015 Mosmieri Tsinandali 

Dieser Wein ist ein klassischer Tsinandali, der normalerweise ein trockener Wein ist, der als Verschnitt aus autochtonen Rkatsiteli- und Mtsvane-Trauben hergestellt wird. 

Dieser Tsinandali duftet wunderbar nach Birne, Mandel und Pfirsiche, dazu gesellen sich leichte Kräuternoten und Gebäcknoten. Kein schwerer Stoff, aber ein Vino mit aromatischer Konzentration, einem feinen mandelartig-nussigen Geschmack und ausgewogener Säure. Einer mit Trinkzug und Trinklust!

2015 Mosmieri Kakhuri 

Dieser Wein ist ein Orangenwein ohne Qvevri. Hergestellt aus der Rebsorte Kakhuri, die mehr als 5 Monate in Edelstahltanks mazeriert wurden. Er weist eine erstaunliche bernsteinfarbene Farbe. Fantastisch! Earl Grey Tea und Bergamotte. Dazu gesellen sich Aromen von Pfirsich, Aprikose, Cashew und ein wenig Brioche. 

2015 Mosmieri Saperavi Rosé 

Nach 1-tägiger Mazeration auf der Maische wird der Saft in Edelstahltanks vergoren. 

Dieser Rosé hat schon eine außergewöhnliche intensive dunkle Farbe. An Nase und Gaumen intensive Aromen von frischen Kirschen, Himbeeren und etwas Melone dazu gesellen sich leicht kräftige Noten. Milde Säure, sehr fruchtig. Ein Rose der einfach Spaß macht! Da reicht eine Flasche wohl nicht aus. 

Am besten schmeckt dieser Rosé gut gekühlt an heißen Sommertagen (und man selbst sitzt im Schatten) zu einfachen Salaten, einer Bouillabaisse, Salami- oder Gemüsegerichten.

2015 Mosmieri Saperavi 

Ein weicher, subtiler Saperavi mit reifen, dunklen Früchten, weichen Tanninen und einem vollen, reichen Gaumen, der noch lange anhält. Ein Hauch von weißem Pfeffer. Ein feiner Saperavi, der Laune macht. 

Tag 5 winery Mosmieri /Kisiskhevi 

Portrait mit Givi Lapauri - Weingut Mosmieri - Kisiskhevi/Georgien (Foto: Bottle Circus)

Winery Mukuzani/Mukuzani

Die Reise geht weiter nach Mukuzani zum Mukuzany Winery. 

Mukuzani liegt im Herzen von Kachetien, in der Region Gurjaani, auf der rechten Seite des Flusses Alazani. Die Rotweine aus dieser Appellation Mukuzani werden meist trocken ausgebaut und der Wein wird zu 100% aus der Rebsorte Saperavi hergestellt. Die relativ kargen Böden und der Wassermangel belasten die Reben, was zu kleinen, intensiv konzentrierten Fruchttrauben führt, die seine Weine tief pigmentiert, durchsetzungsfähig und reich an Körper und Tannin machen.

Gocha, der Besitzer, traf ich das erste Mal während meines Auslandsemesters 2014 in Georgien. Damals hatte er nur drei Hektar Weinberge, die mit Mühe und Zeit über 20 Hektar im Laufe der Jahre gewachsen sind. 

Das Weingut war gar nicht so leicht zu finden, denn es gibt noch keine offizielle Straße die zu diesem Weingut führt. Gocha wartete mit einem riesen Jeep am Straßenrand auf uns, wir borgen auf einen sehr holprigen Weg ein. Teils wurden die Schlaglöcher mit Schotter aufgeschüttet. Am Weingut angekommen, hat es mir die Sprache verschlagen. Mitten in den Weinbergen entstand ein riesen Komplex, momentan noch alles sehr betonlastig aber man kann erkennen, dass es einmal ein Anwesen mit viel Glas, Holz und Beton werden wird. Also hochmodern. 

Wir parkten, Tariel holte Levani aus dem Kofferraum und Gocha musste lachen. Was ist das denn? Als ich ihm die Geschichte mit dem Stuhl erzähle kam ein weiteres Lachen und meinte nur: „Hey Lisa, du bist echt verrückt!“. Das hörte ich auf meiner Reise nicht zum ersten Mal. 

Neben der Sprachlosigkeit über den faszinierenderen Neubau probierten wir natürlich einen seiner Mukuzani Saperavi ... und wieder stand ich Sprachlos da!

100% Saperavi, absolut köstlich! Was mir sofort auffiel... Die Farbe ähnelt einem Petite Syrah, die Tannine sind weich wie ein Barbera. Die Frucht ist wie ein Cabernet Sauvignon. Ich denke, Liebhaber der südlichen Côte du Rhône, würden diesen Stil sehr zu schätzen wissen ... Ich habe ihn absolut geliebt. Einer meiner Lieblingsweine in Georgien.

 

Portrait mit Gocha Ichkitidze im Neubau der Mukuzani Winery (Foto: Bottle Circus)
Mukuzani Winery: hochmoderner Stahltanks (Foto: Bottle Circus)
Mukuzani Winery im neuen Weinkeller (Foto: Bottle Circus)
Mukuzani Winery: hier entsteht ein neues Weinlager (Foto: Bottle Circus)

Weingut Tongonidze/shalauri

Weiter geht’s nach Shalauri (hier sollen angeblich die besten Tomaten aus Georgien kommen), einem kleinen Dorf in der Nähe von Telavi.

Gia Tongonidze ist Künstler und Winzer. Das er Künstler ist sieht man direkt an seinem Anwesen. Das Haus ist verwinkelt, überall sieht man interessante Gemälde und skurrile Skulpturen, ich bin gespannt was mich Weintechnisch erwarten wird. Es ist aber das perfekte Ambiente um über Wein zu philosophieren. 

Nach der kleinen Rundführung durch die Produktionsstätte erwartete uns eine langgedeckte Tafel (die Supra) im Wohnzimmer. Seine Frau Lika servierte selbstgemachtes köstliches Speisen, das fantastisch war und meine Geschmacksknospen auf ein neues Level brachten. 

 

VERKOSTUNGSNOTIZ: 

 

2016 Rkatsiteli 

Es ist ein aufregender Stoff, bei dem reife Melone und Zitrusfrüchte aus dem Glas springen, begleitet von einer nussigen, herzhaften Textur mit einem Hauch von Kamille. Der Maischekontakt ist sehr wichtig um die Komplexität und Struktur der Weine zu erzielen. Eine saftige und frisch wirkende Überraschung. 

 

2016 Mtsvane-Kakhuri 

Bernsteinfarbe, intensive Nase voll von getrockneten Aprikosen und orientalischen Gewürzen. mit Düften von Walnuss und Honignoten. Am Gaumen schleicht sich die Aprikosenfrucht wieder hervor, Walnussaromen kommen zum Vorschein und sanft strukturierte Tannine. Anmutig, souverän, elegant und frisch.

Ein zarter, bernsteinfarbener Wein, der eine sichere Einführung für all diejenigen ist, die neu in dieser wunderbaren Welt des Orange Wines sind.

2017 Tredispchrewi 

Also, das ist wirklich verrückt. Noch nie hat man einen so interessanten Wein und eine so seltene Rebsorte gekostet. Dieser Rotwein erhielt den Charakter durch die offene Maischegärung und den biologischen Säureabbau. Ein Wein von dunkler rubinroter Farbe mit schönen Beerenaromen. Seidig und samtig auf der Zunge einen Ausbruch von frischen roten Beerenfrüchten, wilden Himbeeren, Granatäpfeln und Pflaumen und eine gewisse Süße, die mit Säure und einem Hauch von Tannin ausbalanciert ist. Ich liebe ihn!

Portrait mit Gia Tongonidze, Georgien/Shalauri (Foto: Bottle Circus)
Maischelagerung nach der Gärung in einem Qvevri (Foto: Bottle Circus)
Offene Maischegärung von Saperavi. Tongonidze Winery, Georgien (Foto: Bottle Circus)
Tongonidze Winery, Rebsortenbuch aus Georgien (Foto: Bottle Circus)
Die Farbe des Orange Wine, Qvevri, Georgien (Foto: Bottle Circus)
Eine Supra und Weinverkostung mit Gia und Lika, Georgien (Foto: Bottle Circus)
Saperavi Rotwein aus Georgien, (Foto: Bottle Circus)

Vielen Dank an Gia und Lika Tongonidse für ihren herzlichen Empfang. Vielen Dank auch an Tariel Tabaschidse, er war die Tage ein sehr guter Guide und Fahrer, zudem hat er sich sehr gut um Levani gekümmert. 

Tag 6: Bolnisi-Eparchie mit Gela  Patalisvhili

Bolnisi-Kloster, hier entsteht rundherum ein Weinberg. (Foto: Bottle Circus)

Heute hatte ich die Ehre, einen weiteren Tag mit Gela zu verbringen. Er erzählte mir von einem Kloster Bolnisi, in dem nicht nur Weine von Mönchen hergestellt werden.

Das Kloster Bolnisi ist 1,5 h von Tbilsi entfernt. Die Bolnisi-Eparchie liegt im östlichen Teil Georgiens, der Lower (Qvemo) Kartli genannt wird.

Dort trafen wir Erzbischof Ephrem von Bolnisi Eparchi. Er zeigte mir die Weinproduktion. Der Weinkeller des Klosters hat ein traditionelles und historisches Erbe. Die Überreste der alten Tonwaren (Qvevri) wurden bei der Restaurierung des Klosters entdeckt (V-XV Jahrhundert).

Erzbischof Ephrem hat ein kleines Supra für uns vorbereitet. Sie sind so nett und freundlich. "Jeder Gast ist ein Geschenk Gottes". Ich war wirklich berührt von dieser Gastfreundschaft. Der Tag war äußerst perfekt, denn ich lernte etwas Geschichte kennen, und gleichzeitig hatte ich das Glück, eines der einzigartigen Klöster in Georgien zu besuchen. Vielen Dank an Erzbischof Ephrem.

 

Die Qvevri‘s im inneren des Bolnisi-Klosters (Foto: Bottle Circus)
Bolnisi-Kloster Weinverkostung
Bolnisi-Kloster Qvevri Weinherstellung
Rkatsiteli und Spaervai des Bolnisi-Klosters. Fantastisch! (Foto: Bottle Circus)

2016 Rkatsiteli 

Er hat eine leuchtend goldene Farbe und einen überaus interessanten Duft, der mich etwas an Walnussbutter erinnert begleitet von Apfel und Aprikose, weicher, reifer Säure, klaren Texturen und einem nussigen Abgang. Ein durchaus toller Qvevri Wein. 

2016 Saperavi 

Ein ausgezeichneter Saperavi, dunkel wie die Nacht. Aromen von weißem Pfeffer, dunklen Beeren etwas Salziges rieche ich auch heraus dazu machen sich etwas schokoladige Noten bemerkbar, weiter geht es mit rauchiger Würze, Kräutern, ein wenig Bleistift. Intensiv und kräftig, voller Körper und schöne dunkle Farbe. Wunderbar Wein! 

Ich habe mich sehr geehrt heute als Ehrengast auf diesem Kloster von den Mönchen mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen worden zu sein. Dies verdanke ich Gela, der sich sehr für dieses Kloster weinbaulich unterstützt, wo er nur kann. Ich war heute zutiefst beeindruckt. 

 

Tag 7: Château mukhrani / Region mukhrani

Patrick Honnef im Portrait, Chateau Mukhrani, Georgien (Foto: Bottle Circus)

Mit meinen deutschen Freunden, die ich von Georgien so begeistern habe und nun durch Georgien reisen, machten wir uns auf den Weg zu Chateau Mukhrani, mit dabei ist natürlich mein Stuhl Levani. 

Das im späten 19. Jahrhundert von Prinz Ivane Mukhranbatoni gegründete Chateau Mukhrani ist ein Weingut und eine Burg im Dorf Mukhrani, ca. 40 km außerhalb von Tiflis. Vor dem Gelände angekommen, öffneten sich zwei große schwere weiß gestrichene Metalltüren, eine Allee führte uns direkt Anwesen. 

Das Schloss und die Gärten waren einst ein kulturelles Zentrum für die georgische Elite und das russische Königshaus. Chateau Mukhrani wurde während der Sowjetzeit aufgegeben und fast zerstört, aber im Jahr 2002 begannen die Pläne, das Anwesen in seinem früheren Glanz wiederherzustellen und das Weingut wiederzubeleben. 

Die Geschichte der Weinherstellung auf Château Mukhrani begann 1878 mit dem ersten Jahrgang. Es war Ivane Mukhranbatoni, ein Nachfahre der königlichen Familie von Bagrationi, der aus Bordeaux und der Champagne heimkehrte, wo er die hohe Kunst der Weinbereitung kennen lernte, und der beschloss, das Konzept eines Château Mukhrani in Georgien einzuführen.

Wir haben uns mit Patrick Honnef (ich traf ihn das erste Mal 2014, während meines Praktikums) zu Weinprobe. Ursprünglich ist er gebürtig aus Deutschland, lernte in Bordeaux Weinbau und ist CEO von Chateau Mukhrani und Kellermeister für die Verarbeitung der Trauben bei Chateau Mukhrani verantwortlich. In einem modernen Verkostungsraum öffnete er fast jede Flaschen auch aus unterschiedlichen Jahrgängen. Für Weinliebhaber ein Traum. 

 

VERKOSTUNGSNOTIZ: 

 

2016 Limitée Rkatsiteli 

Intensives Melonen- und Pfirsichbouquet, umgeben von Honig- und Butternoten. Cremig im Abgang. Spontan vergoren und 9 Monate lang in Akazienfässern gereift.

 

2014 Réserve Royale Goruli Mtsvane 

Goldene Farbe. Elegantes Bukett von gelben Pflaumenfrüchten gemischt mit Zitrusfrüchten. Am Gaumen reich an frischen Früchten und blumigen Aromen, begleitet von cremigen und nussigen Aromen. Er wurde auf natürliche Weise vergoren und in Eichenfässern ausgebaut. Auch am Gaumen zeigt er viel saftige gelbe Frucht mit zart grünen Noten, ist dabei sehr klar in seiner Aromatik. Stoffig und gut strukturiert zeigt er dank reifer Säure einen schönen Trinkfluss mit langem, von Zitrusnoten geprägtem Finale.

2016 Qvevri 

50%Rkatsiteli 50% Mtsvane. Sechs Monate in Qvevri vergoren, teilweise Eiche im Barriqueausbau und ungefiltert in Flaschen abgefüllt. Reiche goldene Farbe. Erstaunliches Bukett von Honig, Quitte in Harmonie mit Kräutern und weißem Pfeffer. Geschmeidige Tannine mit langem Alterungspotential. Langer Abgang mit eleganter Mineralität. Mit Abstand einer besten Qvevri Weine!!! Wahnsinn.

2016 Tavkveri Rosé 

Erstaunlich karminrote Farbe. Duftendes Bouquet nach roten Früchten, Erdbeere. Langer Gaumen Erdbeere mit salzigem und knusprigem Abgang.

Dieser Wein wurde aus Tavkveri, einer der ältesten und seltensten georgischen schwarzen Rebsorten aus der Region Kartli, hergestellt.

2015 Tavkveri 

Intensive rote Farbe. Zartes Bukett von roten Früchten gepaart mit blumigen und würzigen Noten. Geschmeidiger Ausdruck von roten Früchten und süßen Aromen.

2015 Schawkapito 

Der Shavkapito ist ein Lieblingswein der georgischen Könige. Dieser Wein ist keine Banalität, gesättigte Tannine, es gibt helle Kirsche, Gewürze und Tabak im Geschmack! Sei vorsichtig, die Flasche ist schnell leer...

2014 Saperavi Supérieur 

Der Wein hat eine praktisch völlig undurchsichtige schwarz-rote Farbe, typisch für Saperavi. Er hat eine trockene, jugendliche und eher modern-leichte Nase nach Pflaumen, gelierten dunklen Beeren und reifen schwarzen Johannisbeeren und konfitürartigen Noten. Dazu Hauch von rauchiger und würziger Eiche. 

2015 Saperavi 

Der Superknaller!!! Zwischen Merlot und Cabernet, Aromen von schwarze Johannisbeeren, Schokolade, etwas Lakritz, samtig, im Abgang Kräuternoten nach Rosmarin, rote Beerenfrüchte und wieder Schokolade. Schönes Teil! Dicht, rund, ausgewogen, angenehme Tiefe und Trinkfluss aber hallo! Nice 13,5% am Start, daher echt auch zum solo trinken wunderbar. Ich nehm noch ein Flascherl....

Die Top-Auswahl der Weinverkostung, Chateau Mukhrani (Foto: Bottle Circus)
Weinverkostung mit Patrick Honnef, Georgien (Foto: Bottle Circus)
Fasskeller, Chateau Mukhrani, Georgien (Foto: Bottle Circus)

Den Chateau Mukhrani Qvevri gibt es bei uns zu haben... 

Tag 8: Besuch der Vinothek Vinieria in Tiflis mit Lemur tskepladze

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie beeindruckt ich war von dem Interieur dieser Vinothek. Echte Qvevri, in denen der wundertrank noch schlummert, antike Gegenstände und der modern Stiel der Einrichtung schafften eine Atmosphäre die irgendwie Geheimnisvoll ist, man fühlt sich wie in einer anderen Welt! Eine riesige Bibliothek an Weinen 8 Meter hohe Decken die von oben bis unten mit Weinen verziert sind. Hier finden sich alle Weine von den größeren Produzenten bis hin zu sehr kleinen unbekannten Winzern. 

Offiziell ist die Location noch gar nicht eröffnet aber Temuri hat mich zu einer Weinprobe eingeladen. 

Besuch der Vinothek Vineria mit Temur Tskepladze – Tiflis/ Georgien

VERKOSTUNGSNOTIZ:

 

2017 Baghdati Weingut-Cuvée: Tsolikouri-Tsitska-Krakhuna Qvevri 

Ich halte mich mal einfach: "Ist es nicht erstaunlich, wie ein Wein nach honiggetränkten Aprikosen schmecken kann.... Großartig! 

2015 Natelauri Qvevri

Sieht aus wie gesprenkeltes Licht über einem orangefarbenen Meeresboden.

Riecht nach trockenen Mandarinen und Honig, Rosmarin, weißer Pfeffer. 

Der Wein wurde zu 100% aus Rkatsiteli hergestellt. Vergoren in Qvevris und dort ein 6 Monate gealtert.  

2017 Weinkellerei Terjola Tsolikouri Qvevri 

Von der Textur sehr leicht und seidig. Die Aromen sind eher krautig und grasig, ein wenig an wilden Estragon oder Salbei erinnernd. Er hat einen kalten Klima-Charakter, man könnte sogar sagen, einen ziemlich fremdartigen Charakter. Sehr interessant 

2017 Gavazi-Cuvée Rkatsiteli, Mtswane, Kisi, Chikhvi - Qvevri 

Das ist kein Mainstream oder irgendetwas Langweiliges, vielmehr ist er liebenswert rustikal und eher funky im Abgang, mit typischen Mazerationsaromen von frischen Kräutern, Kamille und Heu. Er hat Frucht, Textur und eine enorme Länge.

Natelauri Saperavi – Vinothek Vineria – Tiflis Georgien (Foto: Bottle Circus)
Gavazi Qvevri – Vinothek Vineria – Tiflis/Georgien (Foto: Bottle Circus)

Vielen Dank an Temuri Tskepladze (Vineria), Patrick Honnef (Chateau Mukhrani), Gocha Ichkitidze (Weingut Mukuzani), Gia Tongonidze (Weine aus Tongonidze), Giorgi Zumbadze (Mosmieri), Philippe Lespy (GWS), Hilarius Pütz (Avtandil Bedenashvili), Niko Tabatadze (Manaveli), Gela Patalishvili (Fasanentränen), Tata Jaiani (Georgian Wine Association) für Ihren herzlichen Empfang.  Außerdem danke ich einem sehr guten Freund, Tariel Tabaschidse, der während meines Aufenthalts die ganze Zeit bei mir war und der der perfekte Führer für Georgien ist. Und schließlich ein großes Dankeschön an meine Freunde Shako Lazaraschwili und Lewan Gogitschaschwili, dass ich bei Ihnen leben durfte, und vielen Dank für die schönen Feiern, die wir zusammen hatten.

            

Eure Circus Direktorin Lisa von Bottle Circus - Aufnahme im Qvevri